über den Künstler

  • geboren 1964 in Offenbach am Main
  • Studium der Biologie, Forschungen zur Ökologie fleischfressender Pflanzen auf Borneo
  • Arbeiten für TV und Radio
  • selbständiger Webdesigner und Softwareentwickler
  • seit 2000 Mitglied des BBK Frankfurt

Meine Kunst entstammt der Naturwissenschaft, ihrer Schule des ge­nau­en Hinschauens und dem Reichtum der Biologie. Aus Naturfotografie wurde Fotokunst, der Themenkreis erweiterte sich, doch er führte auch zurück in die Wissenschaft: Natur­foto­grafie führte zu wissenschaftlichen Entdeckungen, aus wissenschaftlich-philosophischen Rätseln entstehen Science-Fiction-Geschichten. Wissenschaft und Kunst, so verschieden sie sein mögen, sind doch – auch – zwei Seiten einer Medaille.

Die Grenzen vertrauter Kategorien verschwinden, je tiefer ich eintauche. Die abstrakten Formen der Reihe in vino sind (jenseits digitaler 'Dunkelkammer') unbearbeite Abbildungen der Wirklichkeit. Die Über­lagerungen der Serie music moves scheinen auf den ersten Blick abstrakt, doch sind sie es? Sind nicht überscharfe Bilder, eingefrorene Sekundenbruchteile ohne Bewegung und Rhythmus die wahre Abstraktion?

Fotografie zieht Schnitte durch Raum und Zeit. Eine 1/100stel Sekunde, reduziert auf eine Blicklinie in einem dreidimensionalen Raum, abgebildet in zwei Dimensionen – ein Raum-Zeit-Schnitt. Es ist ihre Stärke und zugleich eine Schwäche: Auf der einen Seite hält sie flüchtige Momente fest und kann Vorgänge erkennbar machen, die für das Auge zu schnell ablaufen. Auf der anderen Seite reißt sie die Szene aus ihrem Zusammenhang.

Ein Bild sieht völlig anders aus als die Wirklichkeit, die es abbildet. Mal enthält es für das Auge nicht mehr fokussierbare Unschärfen, mal ist es durchgehend scharf und verschmilzt die Welt zu einer verwirrenden Ebene. Eigentlich ist es erstaunlich, dass wir solche Bilder scheinbar mühelos entschlüsseln und als Realitäten wahrnehmen. Oder haben wir uns nur daran gewöhnt, diese Raum|Zeit|Scheiben als Realität hinzunehmen?

In dieser Zeit Bilderflut, automatikscharf und (scheinbar) perfekt, ist es an der Zeit, Fotografie neu zu denken.

Letzte Träume (Selbsportrait 2019)

So suche ich das Unerwartete im Detail, das Licht im Schatten, das allgegenwärtig Übersehene. Mal unverändert, um den Betrachter zu verwirren, mal verfremdet, um das Wesentliche zu betonen. Bei der Aufnahme oder später digital, bereits das Fotografieren selbst IST Bildmanipulation.

Links

Selbsportrait 2005

Ausstellungen (Auswahl)

2000
KünstlerInnen sehen Pflanzen – der Einfluß der Botanik auf das künstlerischen Schaffen in fünf Variationen Palmengarten der Stadt Frankfurt
2001
Fotografie im GTZ-Haus Berlin Gemeinschaftsausstellung
2003
vom Stift zur Maus Gemeinschaftsausstellung des BBK Frankfurt
2004
Photomorphosen Weingut Rabenhof, Bischoffingen im Kaiserstuhl
2007
Fotografie – Ansichtssache Gemeinschaftsausstellung des BBK Frankfurt
E-Art Gemeinschaftsausstellung des BBK Frankfurt
2010
Wein + Licht Weinstube S, Frankfurt
Kunstmesse im Darmstadtium
2011
So gesehen Gemeinschaftsausstellung des BBK Frankfurt
2014
eMotions Gemeinschaftsausstellung des BBK Frankfurt
2016
Unbunt Gemeinschaftsausstellung, Artlantis Bad Homburg, BBK Frankfurt
Künstler finden Bilder zum Grundgesetz Kunstverein Offenbach
2020
Raum|Zeit|Strukturen mit Margit Matthews, Artlantis Bad Homburg
Teilnahmen an den Offenbacher Kunstansichten, dem Offenbacher Sammelsurium, …